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Deheron

Gefechtsschreiber

1

09.06.2010, 21:16

"Mit vereinten Kräften" -Gründung und Untergang einer Allianz-

Krieg befällt ihre Länder,
Krieg ist in ihren Herzen,
Krieg treibt sie an,
Krieg erfüllt sie,
es ist die erste Generation,
hineingeboren in eine Welt aus Gewalt und Zerstörung.


Zeichen im Staub

Die Welt birgt so manches Geheimnis, viele dieser Geheimnisse werden von den Sterblichen vergessen, sie werden zu Legenden und zuweilen vergessen selbst die Elfen ihre Geschichte. Einzig die Erde erinnert sich all dieser Dinge, einzig der Geist der Welt selbst kennt jedes Geheimnis, doch selten gibt er sie Preis nach deren vergessen durch die Lebenden.
All die Völker unserer Welt kennen den Preis der Freiheit, manche sind bereit ihn zu zahlen, andere verkaufen ihre Seelen für ein wenig Glück.
Menschen, Zwerge und Elfen kennen ihre Welt, doch wenig genug kennen sie sich selbst. Doch eines verbindet sie alle, die Frage nach dem Sinn ihrer Existenz welche untrennbar mit der Frage nach dem Leben selbst verbunden ist.
Es sind Legenden die unsere Vergangenheit verkünden, Mythen welche Wahrheiten in sich tragen die längst vergessen sind.
Von einem dieser Geheimnisse, einer dieser Legenden soll euch Heute berichtet werden.



Der Kriegsrat

Stille, sie war fast greifbar als bestünde sie aus manifestierter Materie. Viele Jahre waren vergangen seit jemand die Stille in diesen Hallen vernommen hatte und wagte keiner der Anwesenden sie zu stören.
Tief unter der Erde, begraben unter Tonnen von Fels, war die Halle des Rates das Heiligtum ihres Ordens, ihres Bundes, ihrer Allianz.
In Auftrag gegeben vom König der Zwerge selbst, gesegnet vom Orden des Hammers, ausgestattet mit elfischer Schutzmagie war es einer der heiligsten Orte ihrer Welt.
Ein gewaltiger runder Tisch stand in der Mitte des Raumes, auf ihm fand der aufmerksame Beobachter eine Weltkarte, geschaffen aus Diamanten, Eidgold, grünen Smaragden und schwarzem Basalt.
Sanftes Licht erleuchtete die Halle und ließ ihre wahre Größe nur erahnen. Schatten spielten im Feuerschein der Fackeln, dunkle Gestalten verharrten still an den Wänden. Es waren dutzende, wenn nicht hunderte, Krieger versammelt, doch keiner sprach auch nur ein Wort.
Dann näherten sich Schritte.
Sie hallten durch die Luft und in der Stille des Ortes waren sie wie nahender Donner. Dann verstummten sie, ein Klopfen folgte, denn die Tore waren noch verschlossen.
Vier Zwergenkrieger in Goldverzierten Plattenharnischen näherten sich dem Tor. Es war all ihre Kraft nötig das Tor zu bewegen, ächzend schwangen die massiven Tore auf und ließen den Bittsteller ein.
Hoch erhobenen Hauptes trat dieser ein, er war ein Mann des Imperiums, gekleidet in die Rüstung eines Panther-Ritters. Er war unbewaffnet, doch in seiner linken Hand hielt er das Imperiale Banner welches die Runenklinge der Ostmark zeigte.
Das Banner hoch erhoben sank der Abgesandte des Imperiums auf die Knie und begann zu sprechen.
„Ich komme im Namen meines Obersten Herren, des Kaisers Karl Franz selbst, um euch Nachricht zu bringen! Tod und verderben haben die Grenze des Imperiums überschritten, und bis auf Altdorf selbst wird jede Stadt bedroht. Schergen des Chaos überrennen unsere Grenzen, die Orks bedrängen das Volk der Zwerge und selbst Ulthuan ist nicht mehr sicher, denn Dunkelelfen, Orks und die Kinder des Raben haben eine Allianz geschmiedet. Das Heer der Zwerge wurde am Donnerberg geschlagen, die Heere der Elfen und Menschen bei Prag zersprengt. Nie waren unsere Völker der Vernichtung näher.“
Er schluckte, man sah dem alten Krieger die Erschöpfung an, seine Stimme begann bereits zu brechen, nichts desto trotz sprach er weiter.
„Daher wurde ich ausgesandt folgende Nachricht in diese Hallen zu tragen!“ Er erhob sich und hustete leise. Seine eisernen Schuhe schabten am Boden als der Ritter einen Schritt vortrat.
„Wir stehen vor der Vernichtung! Es ist an der Zeit für alle freien Wesen dieser Welt sich zu erheben oder im Sturm des Chaos zu vergehen!“
Mit diesen letzten Worten sank er zu Boden, seine Standarte fiel ebenfalls, doch erreichte sie nie den Boden.
Ein Schwertmeister der Hochelfen fing sie geschickt auf, zwei Runenpriester eilten herbei um den Abgesandten zu stützen, während ein Sigmarpriester heilende Gebete sprach.
Dann klang eine tiefe Stimme durch die Halle, es war als sprächen alle Anwesenden mit einer Stimme, doch sie war klar und ruhig.
„Wir hören den Ruf“, sprach sie „und wir folgen ihm!“
Silberner Staub begann von der Decke hinabzuregnen und brachte Licht.
„Wir alle sind Kinder dieser Welt, wir alle sind Teil der Ordnung; wir werden Licht dorthin bringen wo jetzt Dunkelheit herrscht. Wir werden jenen Beistehen die keine Hoffnung mehr haben und ausmerzen was hoffnungslos verloren ist.“
Noch einmal herrschte ein kurzer Moment der Stille, dann brachen die Anwesenden in Jubelschreie aus und jener große Tisch stand nicht mehr allein. Einer nach dem anderen fanden sich die Kriegsherren der großen Regimenter ein.
„Ihr Krieger der Allianz, ihr Anführer des Heeres der Hoffnung, versammelt euch jetzt, denn wir wurden gerufen! Findet euch zusammen, mit vereinten Kräften soll dieser Angriff auf uns zurückgeschlagen, vergossenes Blut gerächt werden. Und so soll das alte Bündnis einem neuen Weichen. Unser alter Name sei vergessen, unsere Vergangenheit verloren. Messen wollen wir uns an den Taten der Zukunft, und gemessen werden sollen wir am Erfolg unserer Feldzüge. „Mit vereinten Kräften“ soll unser Name sein und möge der Feind ihn nie vergessen!“
Wenn alte Werte weichen,
wenn Glaube an der Hoffnung Stelle tritt,
ist jede Welt verloren.

Deheron

Gefechtsschreiber

2

09.06.2010, 21:16

Ein finsterer Tag,
ein Tag ohne Sonne,
ein Tag ohne Mond,
es ist der Tod der über uns kommt,
die Vernichtung welche über uns richtet,
in dieser Welt deren Tränen wir sind.


Es roch nach Blut, frischer Regen und aufkommender Wind machten den Gestank des Todes gerade so erträglich. Der den Mut der letzten Verteidiger schwand und mit jeder Stunde wurde es schlimmer. Sie hatten versagt, noch harrten sie aus, doch ihre Niederlage war nicht nur beschlossene Sache, sie war bereits geschehen.
Was niemand je für nötig gehalten hatte war eingetreten. Tiefe Narben, alte Narben aus einer anderen Zeit, waren aufgebrochen und ihr großes Bündnis zerrüttet.
Der Feind war längst weitergezogen, angeführt von einem mächtigen Prinzen der Dunkelelfen, marschierte das Heer der Zerstörung auf Altdorf zu.
Ein letztes Banner des einst so strahlenden Heeres stand noch.
"Mit vereinten Kräften"
So hatte ihr Name gelautet, doch nun waren ihre Kräfte geteilt. Zu uneins waren ihre Führer gewesen, zu schwach ihr Wille zum Zusammenhalt und so war ein Keil zwischen sie getrieben worden. Hochmut und Stolz hatten ebenso zu ihrer Niederlage geführt wie fehlende Kommandostrukturen.
Und so war der Feind über sie hereingebrochen, unvorbereitet und uneins war er erwartet worden und das Heer des Bündnisses war bei dem Ansturm der Zerstörung geteilt und vernichtet worden.
Männer, Frauen, Elfen und Zwerge sie hatten gemeinsam gekämpft und waren gemeinsam gestorben.
Wenige der Verteidiger hatten überlebt doch diese suchten nun unter den Leichen einstige Kameraden, Freunde oder Gefolgsleute. Sie suchten nach Verwundeten und jenen welche noch lebten aber nicht mehr gerettet werden konnten. Erlösung war ihr Ziel, ihre Bestimmung.
In der Mitte des Schlachtfeldes, dort wo der Feind am heftigsten gewütet hatte, suchte ein einsamer Priester nach dem Körper seines Heerführers. Tränen rannen seine Wangen herab, er zitterte vor Erschöpfung doch er würde nicht aufgeben, er würde seine Kameraden dem Tode entreißen. Sigmar spendete Leben, wenn auch nur eine gewisse Zeit, und noch war diese nicht gänzlich vergangen.
Seine Finger berührten ein weißes Fell, eine glitzernde Brosche fiel ihm in die Hände, dann eine Axt. Das Kompendium an seinem Gürtel begann zu glühen als er den zerschmetterten Leichnam seines Heerführers unter einigen Schwarzorks hervorzog.
Es war noch nicht zu spät. Sigmars Geist anrufend hob der Priester seine Hände gegen die Sterne. Er flehte zu seinem Gott um das Leben seiner gefallenen Kameraden und Sigmar erhörte ihn.
Leben kehrte dorthin zurück wo zuvor Stille war und der Wandler erlitt eine bittere Niederlage. Im Wissen erfolgreich gewesen zu sein erhob der Priester seine Standarte, eine schwarze Flagge mit silbernen Zeichen.
Und sie wurde gesehen.
Nach und nach kamen sie, dunkle Gestalten angezogen durch das Licht ihres Anführers und die Standarte ihrer Gilde, der Silberschwingen.
Sie erhoben sich, blutige Rache an ihren Feinden schwörend, noch immer vereint unter einem Banner und mit ungebrochenem Mut.
Nicht mehr Teil ihres alten Bündnisses verließen sie den Ort der Schlacht, lechzend nach neuen Taten und neuem Blut.
Wenn alte Werte weichen,
wenn Glaube an der Hoffnung Stelle tritt,
ist jede Welt verloren.