"Mit vereinten Kräften" -Gründung und Untergang einer Allianz-
Krieg befällt ihre Länder,
Krieg ist in ihren Herzen,
Krieg treibt sie an,
Krieg erfüllt sie,
es ist die erste Generation,
hineingeboren in eine Welt aus Gewalt und Zerstörung.
Zeichen im Staub
Die Welt birgt so manches Geheimnis, viele dieser Geheimnisse werden von den Sterblichen vergessen, sie werden zu Legenden und zuweilen vergessen selbst die Elfen ihre Geschichte. Einzig die Erde erinnert sich all dieser Dinge, einzig der Geist der Welt selbst kennt jedes Geheimnis, doch selten gibt er sie Preis nach deren vergessen durch die Lebenden.
All die Völker unserer Welt kennen den Preis der Freiheit, manche sind bereit ihn zu zahlen, andere verkaufen ihre Seelen für ein wenig Glück.
Menschen, Zwerge und Elfen kennen ihre Welt, doch wenig genug kennen sie sich selbst. Doch eines verbindet sie alle, die Frage nach dem Sinn ihrer Existenz welche untrennbar mit der Frage nach dem Leben selbst verbunden ist.
Es sind Legenden die unsere Vergangenheit verkünden, Mythen welche Wahrheiten in sich tragen die längst vergessen sind.
Von einem dieser Geheimnisse, einer dieser Legenden soll euch Heute berichtet werden.
Der Kriegsrat
Stille, sie war fast greifbar als bestünde sie aus manifestierter Materie. Viele Jahre waren vergangen seit jemand die Stille in diesen Hallen vernommen hatte und wagte keiner der Anwesenden sie zu stören.
Tief unter der Erde, begraben unter Tonnen von Fels, war die Halle des Rates das Heiligtum ihres Ordens, ihres Bundes, ihrer Allianz.
In Auftrag gegeben vom König der Zwerge selbst, gesegnet vom Orden des Hammers, ausgestattet mit elfischer Schutzmagie war es einer der heiligsten Orte ihrer Welt.
Ein gewaltiger runder Tisch stand in der Mitte des Raumes, auf ihm fand der aufmerksame Beobachter eine Weltkarte, geschaffen aus Diamanten, Eidgold, grünen Smaragden und schwarzem Basalt.
Sanftes Licht erleuchtete die Halle und ließ ihre wahre Größe nur erahnen. Schatten spielten im Feuerschein der Fackeln, dunkle Gestalten verharrten still an den Wänden. Es waren dutzende, wenn nicht hunderte, Krieger versammelt, doch keiner sprach auch nur ein Wort.
Dann näherten sich Schritte.
Sie hallten durch die Luft und in der Stille des Ortes waren sie wie nahender Donner. Dann verstummten sie, ein Klopfen folgte, denn die Tore waren noch verschlossen.
Vier Zwergenkrieger in Goldverzierten Plattenharnischen näherten sich dem Tor. Es war all ihre Kraft nötig das Tor zu bewegen, ächzend schwangen die massiven Tore auf und ließen den Bittsteller ein.
Hoch erhobenen Hauptes trat dieser ein, er war ein Mann des Imperiums, gekleidet in die Rüstung eines Panther-Ritters. Er war unbewaffnet, doch in seiner linken Hand hielt er das Imperiale Banner welches die Runenklinge der Ostmark zeigte.
Das Banner hoch erhoben sank der Abgesandte des Imperiums auf die Knie und begann zu sprechen.
„Ich komme im Namen meines Obersten Herren, des Kaisers Karl Franz selbst, um euch Nachricht zu bringen! Tod und verderben haben die Grenze des Imperiums überschritten, und bis auf Altdorf selbst wird jede Stadt bedroht. Schergen des Chaos überrennen unsere Grenzen, die Orks bedrängen das Volk der Zwerge und selbst Ulthuan ist nicht mehr sicher, denn Dunkelelfen, Orks und die Kinder des Raben haben eine Allianz geschmiedet. Das Heer der Zwerge wurde am Donnerberg geschlagen, die Heere der Elfen und Menschen bei Prag zersprengt. Nie waren unsere Völker der Vernichtung näher.“
Er schluckte, man sah dem alten Krieger die Erschöpfung an, seine Stimme begann bereits zu brechen, nichts desto trotz sprach er weiter.
„Daher wurde ich ausgesandt folgende Nachricht in diese Hallen zu tragen!“ Er erhob sich und hustete leise. Seine eisernen Schuhe schabten am Boden als der Ritter einen Schritt vortrat.
„Wir stehen vor der Vernichtung! Es ist an der Zeit für alle freien Wesen dieser Welt sich zu erheben oder im Sturm des Chaos zu vergehen!“
Mit diesen letzten Worten sank er zu Boden, seine Standarte fiel ebenfalls, doch erreichte sie nie den Boden.
Ein Schwertmeister der Hochelfen fing sie geschickt auf, zwei Runenpriester eilten herbei um den Abgesandten zu stützen, während ein Sigmarpriester heilende Gebete sprach.
Dann klang eine tiefe Stimme durch die Halle, es war als sprächen alle Anwesenden mit einer Stimme, doch sie war klar und ruhig.
„Wir hören den Ruf“, sprach sie „und wir folgen ihm!“
Silberner Staub begann von der Decke hinabzuregnen und brachte Licht.
„Wir alle sind Kinder dieser Welt, wir alle sind Teil der Ordnung; wir werden Licht dorthin bringen wo jetzt Dunkelheit herrscht. Wir werden jenen Beistehen die keine Hoffnung mehr haben und ausmerzen was hoffnungslos verloren ist.“
Noch einmal herrschte ein kurzer Moment der Stille, dann brachen die Anwesenden in Jubelschreie aus und jener große Tisch stand nicht mehr allein. Einer nach dem anderen fanden sich die Kriegsherren der großen Regimenter ein.
„Ihr Krieger der Allianz, ihr Anführer des Heeres der Hoffnung, versammelt euch jetzt, denn wir wurden gerufen! Findet euch zusammen, mit vereinten Kräften soll dieser Angriff auf uns zurückgeschlagen, vergossenes Blut gerächt werden. Und so soll das alte Bündnis einem neuen Weichen. Unser alter Name sei vergessen, unsere Vergangenheit verloren. Messen wollen wir uns an den Taten der Zukunft, und gemessen werden sollen wir am Erfolg unserer Feldzüge. „Mit vereinten Kräften“ soll unser Name sein und möge der Feind ihn nie vergessen!“
Wenn alte Werte weichen,
wenn Glaube an der Hoffnung Stelle tritt,
ist jede Welt verloren.